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Virtuell gegen physisch: Welchen Exchange Server nutze ich On-Premises?

Serverraum

Viele Firmen wollen ihre Mailserver weiterhin On-Prem betreiben. Doch auch hier stellt sich die Frage: Soll man die Mailboxen der Mitarbeiter bei sich im Haus auf einem virtuellen oder einem physischen Server speichern?

Der Trend ist eindeutig: Viele Unternehmen in Österreich lagern Mailboxen Ihrer Mitarbeiter, die mit Microsoft Outlook genutzt werden können, im Rahmen der Erneuerung Ihrer Exchange Infrastruktur in die Microsoft Office365 Cloud aus. Dennoch gibt es viele Unternehmen, die ihre Exchange-Infrastruktur weiterhin On-Premises – sprich: im eigenen Netzwerk und nicht in einer Cloud – betreiben wollen. Oft aus firmenpolitischen Gründen oder persönlichen Befindlichkeiten.

Unabhängig davon: Sobald Sie die Entscheidung getroffen haben, On-Prem, also im Haus, selbst Exchange Server betreiben zu wollen, stellt sich meistens sehr schnell die Frage, ob diese als virtuelle Maschinen oder als physische Server installiert werden sollen. Da beinahe alle mittelständigen oder großen Firmen hierzulande ihre Server-Instanzen überwiegend in einer Virtualisierungs-Umgebung betreiben, liegt es auf der Hand, auch die neuen Exchange Server virtuell betreiben zu wollen.

Wesentliche Vorteile von virtuellen Servern können oft gar nicht genutzt werden

Ein Blick auf die Konfigurations-Vorschriften des Herstellers Microsoft zeigt aber: Die vermeintlichen Vorteile – insbesondere, was die Verfügbarkeit betrifft – stellen sich doch in der Praxis größtenteils als Nachteile heraus, denn:

  • Memory Overcommitment wird nicht unterstützt: Sie müssen den Arbeitsspeicher, den ein Exchange Server benötigt, fix zuweisen. Er nimmt nicht, wie etwa bei anderen Anwendungen erlaubt, als Dynamic Memory nur den Speicherplatz ein, den er aktuell benötigt.
  • CPU Overcommitment wird nicht unterstützt: Die CPU-Cores, die einer virtuellen Maschine auf der Exchange läuft, zugewiesen werden, müssen auch physisch 1:1 vorhanden sein. Üblicherweise ist die Summe der zugewiesenen CPU-Cores aller auf einem Virtualisierungs-Server laufenden virtuellen Maschine größer als die tatsächliche Anzahl der CPU-Cores, die zur Verfügung stehen. Im Fall von Exchange ist dies nicht erlaubt.
  • Failover-Szenarien in der Virtualisierungs-Umgebung werden nicht unterstützt: Das bedeutet, dass es keine Ausfallsicherung auf Virtualisierungs-Ebene gibt. Es ist nicht erlaubt, einen Exchange Server in den „Suspend-Mode“ zu versetzen und mit „Resume“ wieder zu starten. Der Failover von virtuellen Exchange Servern muss in der Konfiguration der Virtualisierung unterbunden werden – damit können die Vorteile einer hochverfügbaren Virtualisierungs-Umgebung nicht genutzt werden. Fällt ein Virtualisierungs-Server in einem Cluster physisch aus, fällt auch der virtuelle Exchange Server, der auf dem betroffenen Virtualisierungs-Server online ist, aus.
  • Ein virtueller Exchange Server ist meistens teurer als ein lokaler: An eine Virtualisierungs-Umgebung ist beinahe immer ein Enterprise-Storage-System angeschlossen, auf dem die virtuellen Disken der virtuellen Maschinen abgelegt werden. Dieser Disk-Space ist eben deutlich teurer als die in einem physischen Server eingebauten Disken. Und selbst der größte Vorteil eines Enterprise-Storage-Systems – die hohe Geschwindigkeit beim Schreiben und Lesen, ist für Exchange nicht notwendig: Exchange benötigt in der letzten Version von 2016 nur erstaunlich wenig Disk-Performance.

Sie sehen also: Die wesentlichen Vorteile einer hochverfügbaren Virtualisierungs-Umgebung können für virtuelle Exchange Server nicht genutzt werden – zusätzlich müssen Sie auch noch teuren Plattenplatz vom Storage-System für die Mailboxen-Datenbanken benützen.

Kreativbüro

Kostensparender und genauso hochverfügbar: Physische Server

Auch wenn physische Server in der Regel nicht die Hochverfügbarkeit von virtuellen Servern leisten können, hat Microsoft die Hochverfügbarkeits-Möglichkeiten von Exchange im Produkt selbst gelöst. Werden mehrere Exchange Server installiert, wird die Verfügbarkeit auf folgende Weise abgedeckt:

  • Die Mailboxdatenbanken können auf günstige, lokale Disken gelegt werden, da Exchange nur geringe Geschwindigkeitsanforderungen hat. Von diesen Datenbanken können passive Kopien über weitere Exchange Server verteilt angelegt werden. Um die Replikation der Inhalte zwischen den Kopien kümmert sich Exchange selbst. Fällt ein Exchange Server aus – oder das lokale Disksystems eines Exchange Servers – wird eine der jeweiligen passiven Kopien auf einem anderen Server aktiv genommen. Ohne Datenverlust und ohne dass Sie etwas davon merken.
  • Mittels Loadbalancing werden die Zugriffe der Endgeräte (Microsoft Outlook, mobile Geräte, WebAccess) zwischen den Exchange-Servern verteilt. Fällt einer dieser Server aus, übernimmt ein anderer die Verbindung der Endgeräte. Auch das passiert ohne Einschränkungen, eventuell kann es nur für wenige Sekunden auftreten, dass Outlook den Status von „online“ auf „offline“ schaltet.

Microsoft empfiehlt in seinem „Prefered Architecture Guide“ ausdrücklich, Exchange auf physischen Servern zu betreiben und die Mailboxendatenbanken darauf auf lokale Disken zu legen. So können Sie im Vergleich zu virtuellen Servern die technische Komplexität verringern und meistens auch Kosten einsparen!

Im Einzelfall kann es für Ihr Unternehmen dennoch sinnvoll sein, Ihre Exchange-Server virtuell zu betreiben. ITdesign hilft Ihnen gerne im Vorfeld einer Exchange Migration, die für Sie beste Lösung auszuarbeiten.

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